Gestalten durch Pflege
Bis heute erhaltener Staudengarten von 1984
Seit einigen Jahren darf ich den Erhalt und die Weiterentwicklung dieses besonderen Gartens begleiten.

Ritterspornpflanzung vor den Schattierungsgestellen, Aufnahme E. Meyer, 1984
Seit 1966 hatte Elma Meyer auf dem Grundstück ihre Gärtnerei betrieben und 1978 dort ein kleines Haus bauen lassen, um dort mit ihrem Mann K.-H. Meyer zu leben. Elma war mit 28 im Jahr 1955 nach Herrenhausen gekommen um ihre botanischen Kenntnisse zu erweitern. Dort lernte sie den damaligen Leiter des Bergartens kennen.

Elma Meyer bei der Gartenarbeit, Aufn. K.H. Meyer, 1984

K.-H. Meyer beobachtet, Aufn. E. Meyer, 1984
Elma Meyer und Karl-Heinrich Meyer haben 1984 nach Aufgabe der Gärtnerei in symmetrisch gerahmten Beeten Rhododendren und Azaleen sowie viele Stauden gepflanzt. Beide liebten Stauden und haben viele ungewöhnliche Pflanzen von ihren Reisen mitgebracht. Zahlreiche Fotos dokumentieren die Arten- und Farbenvielfalt der folgenden Jahrzehnte.

Blick von der Terrasse in Richtung Süden in die Tiefe des Gartens, Aufn. Meyer, 1985
Erhaltung und Weiterentwicklung seit 2023
Seit 2023 begleite ich die Pflege dieses besonderen Gartens. Inzwischen leben dort andere Menschen und ich kann im Rahmen der Möglichkeiten meine Erfahrung zum Erhalt des Gartens beitragen. Die groß gewordenen Rhododendren wurden ausgelichtet und gekürzt um erfolgreich den neuen Austrieb von innen zu ermöglichen. Brombeerranken und Hopfentriebe müssen immer wieder eingesammelt werden, damit Licht in die Rhododendren fällt.
Die 40 Jahre alten Buchshecken müssen vor den Buchsbaumpilzen oder den Raupen des Buchsbaumzünslers geschützt werden. Algenkalk und ein biologisches Spritzmittel zum richtigen Zeitpunkt ausgebracht machen das relativ befriedigend möglich.

Die 40 Jahre alten Buchsbaumhecken sind auch 2025 noch gut erhalten. Aufn. J. v. Kortzfleisch, 2025
Die alten Staudenpflanzungen sind trotz der unbefriedigenden Pflege bis 2022 durch einen Fachbetrieb gut erhalten und dicht bewachsen. Immer wieder entdecken wir versteckte Blüten, die wir nach einiger Recherche benennen können.
Gestalten durch Pflege ist mein Weg zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Beete. „Unkräuter“ gibt es nur dort, wo sich Gräser ungebremst ausbreiten konnten. Wenn nach dem Jäten Lücken bleiben, werden diese mit passenden, geteilten Stauden aus benachbarten Beeten neu bepflanzt. So behält der Garten ein relativ homogenes Bild.

Diptam in der Staudensammlung Meyer, erhalten bis heute. Aufn. J. v. Kortzfleisch, 2025
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